Bildungscoaching
Bildungsberatung hat ihre Grenzen. Neben äußeren Faktoren wie dem privaten oder beruflichen Umfeld wirken sich vielfältige Faktoren auf das Weiterbildungsverhalten aus.
Gemeinsam Ziele finden
Bildungscoaching ist eine Ergänzung zur eigentlichen Bildungsberatung. Ziel eines gelungenen Bildungscoachings ist es, mit einem erweiterten Methodenkoffer einen Zuwachs an Handlungskompetenz bei den personalen Kompetenzen der Klienten und Klientinnen zu ermöglichen. Im Unterschied zu anderen Beratungsmethoden hat Bildungscoaching die Aufgabe, bei der Persönlichkeitsentwicklung des Coachees Ziele zu finden, für die es sich lohnt, aktiv zu werden und etwas zu verändern. Eine Begleitung findet über einen längeren gemeinsam festgelegten Zeitraum statt. Das Bildungscoching ist somit ein Element innerhalb einer Strategie lebensbegleitenden Lernens.
Für das Gelingen des Coaching-Prozesses ist eine grundsätzliche Kompetenz der Selbstreflexion und Selbstbeobachtung Voraussetzung, um die selbst gesetzten Coaching-Ziele zu erreichen. Diese sind:
- Wiedererlangung der Erwerbstätigkeit,
- Veränderung der beruflichen Situation,
- Veränderung von krankmachenden Faktoren,
- Verlassen von ALG II,
- Verlassen von prekären Arbeitsplätzen.
Bildungscoaching basiert auf Freiwilligkeit und Vertrauen. Der neue Baustein kann als individuelles Coaching, als Gruppencoaching und als selbstorganisierter Gruppenprozess stattfinden. Angesprochen sind alle Altersgruppen und Geschlechter, die entsprechend ihrer Lebensphase bei der Erweiterung ihrer Kompetenzen unterstützt werden.
Gesundheitsprävention und Work-Life-Balance
Vermehrt kommen Menschen in das Coaching, die starke gesundheitliche Probleme in Folge von Stress und Überlastung am Arbeitsplatz haben. Dies betrifft beide Geschlechter. Viele dieser Menschen sind nach längerer Krankheit in die Arbeitslosigkeit gelangt. Es bestätigen sich hier die Aussagen, beispielsweise der Krankenkassen, dass das Belastungsgefühl durch Verdichtung der Arbeit, Zeitdruck, Überforderung, Mehrfachbelastungen in Familie und Arbeit stark zunimmt und Krankheiten wie Rückenerkrankungen, Burn-Out, Depressionen und zu starker Alkoholkonsum die Folge sind.
Angesichts einer zunehmenden Verlängerung der Lebensarbeitszeit und der bereits beschriebenen Verdichtung von Arbeit müssen Begleitsysteme geschaffen werden, die diese Menschen rechtzeitig unterstützen, um grundlegende Entscheidungen zu treffen. Hier sind die Stichworte Gesundheitsprävention und Work-Life-Balance zu nennen. Hierauf liegt ein klarer Schwerpunkt im Bildungscoaching.
Folgende Inhalte des Coachings sollten zukünftig verstärkter im Mittelpunkt stehen:
- Arbeit mit Ressourcen,
- Stärkung des Selbstbewusstseins,
- Unterstützung bei der Entscheidungsfindung,
- Begleitung von Bewerbungssituationen,
- Kompetenzermittlung,
- Erarbeitung von individuellen Weiterbildungsschwerpunkten,
- berufliche Neuorientierung während und nach langer Krankheit sowie
- die Strategieentwicklung insbesondere für ältere Menschen.
Zusammenarbeit mit den LernLäden
Das Bildungscoaching ist angebunden an die jeweiligen LernLäden vor Ort. In der Bildungsberatung der LernLäden werden geeignete Klienten und Klientinnen identifiziert und an das Bildungscoaching vermittelt. Das Coaching ist kein offenen Angebot und richtet sich ausschließlich an Menschen in prekären Lebensituationen. Parallel zum Coaching kann, wenn gewünscht, eine Bildungsberatung erfolgen.
Die Durchführung des Bildungscoachings für bildungsferne Zielgruppen ist abhängig von der öffentlichen Finanzierung, da die Zielgruppe selbst in der Regel nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um einen Coach zu beauftragen.
Laufzeit
Seit Januar 2008.
Finanzierung
Seit Januar 2008: Förderung über die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales aus Landes- und ESF-Mitteln


