Die LernLäden

 

Die LernLäden sind ein innovatives und erfolgreiches Beratungsangebot, das aufgrund seines Ladencharakters viele Menschen anspricht. Sie weisen Charakteristika auf, deren Kombination in einem Angebot ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Berliner Beratungslandschaft darstellt.

Die Beratung

  • ist zielgruppenoffen,
  • ist trägerneutral,
  • ist für die Ratsuchenden kostenfrei,
  • erfolgt zu ladentypischen Öffnungszeiten,
  • erfolgt auch ohne Voranmeldung und
  • findet in gut erreichbaren und frequentierten Einkaufs- oder Wohngegenden (Kiezlagen) statt.

Das Angebot der LernLäden beinhaltet die

  • persönliche und individuelle Aus- und Weiterbildundgsberatung,
  • die Nutzung von PC zur Eigenrecherche in Weiterbildungsdatenbanken und zum Erstellen von Bewerbungsunterlagen,
  • Workshops zu Themen rund um die Bewerbung, den Berufseinstieg oder die Rückkehr in den Beruf, das Lernen lernen sowie auch Einführungen in den Umgang mit dem PC.

Der Beratungsansatz

Bildungsberatung kann erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg eines Menschen haben. Eine Bildungsberatung, die die individuellen Lebensverhältnisse und -ziele der Beratenen berücksichtigt, hilft Fehlentscheidungen zu vermeiden und Ziele zu definieren. Der Beratungsansatz in den LernLäden berücksichtigt immer den lebensbiographischen Ansatz und ist in dem Sinne ganzheitlich, als das er die Lebens- und Arbeitsumstände, Voraussetzungen, Ziele und Wünsche sowie deren Aussicht auf Realisierung immer mit einbezieht. Alle Beratungsformen besitzen ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes reflexives Element.

 

Die qualitative Einzelberatung in den LernLäden orientiert an drei idealtypischen Beratungsformen, wobei Beratung und Information stets als Einheit gesehen werden:

  • informative Beratung,
  • situative Beratung und
  • biographieorientierte Beratung.

Wer sind die Kund/-innen der LernLäden?

Die LernLäden erreichen Personengruppen, die von anderen Beratungsstellen nicht oder nur unzureichend angesprochen werden. Dies sind vor allem Menschen mit problematischer Bildungs- und Berufsbiografie, Menschen ohne reguläres Beschäftigungsverhältnis sowie Migrantinnen und Migranten. 

Es kommen aber auch Ratsuchende in die LernLäden, deren Beschäftigungsverhälntis prekär ist, die sich weiterentwickeln oder umorientieren möchten, den den Berufseinstieg suchen oder nach der Elternzeit zurück in den Beruf möchten und dabei Unsterstüzung benötigen. 

 

Die Stärke des LernLaden-Konzeptes liegt darin, dass es keine Unterschiede macht: Alle Ratsuchenden erhalten unabhängig von ihrer persönlichen Lebensituation eine kostenfreie und qualitativ hochwertige Beratung.

Schnittstelle zwischen Trägern und Bildungssuchenden

Die LernLäden fungieren als Schnittstelle zwischen Bildungssuchenden und Bildungsanbietern. Sie beraten die Bildungssuchenden zu den individuell geeigneten Bildungsangeboten und erbringen so eine Leistung für die Bildungsträger. Diese pflegen Ihre Angebote zum Teil persönlich in den LernLäden. Hauptsächlich greifen die LernLäden bei Ihrer Recherche allerdings auf die Weiterbildungsdatenbanken Berlin und Brandenburg sowie KURSNET zurück.

 

Die Berliner LernLäden arbeiten insgesamt Berlin weit mit rund 400 Bildungsträgern zusammen.

Datendokumentation

Alle Beratungen der LernLäden werden im Berlin weiten Dokumentationssystem der KES (Koordinierungs- und Evaluierungsstelle für öffentlich finanzierte Weiterbildungsberatungsstellen im Land Berlin) ausführlich - aber anonym - dokumentiert. Die Auswertung dieser Daten erfolgt für die LernLäden zentral nach einheitlichen Kriterien beim LNBB e.V. Die Ergebnisse dieser Datenauswertung fließen in den Quartalsbericht des LNBB ein und sind Grundlage ausführlicher statistischer Auswertungen. Aufgrund dieser beständigen Evaluation können Rückschlüsse über sich abzeichnenden Bedarfe gezogen und daraufhin neue Angebote geschaffen bzw. vorhandene Instrumente geschärft werden.  

Laufzeit des Projektes

Planungsphase seit Juli 2001, Umsetzung seit Juli 2002

Eröffnung der ersten LernLäden: Februar 2003

Finanzierung

Juli 2001 - Juni 2006: Förderung im Rahmen des Programms "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF aus Bundes- und ESF-Mitteln, Kofinanzierung über die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (damals noch Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen)

 

Seit Juli 2006: Förderung über die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales aus Landes- und ESF-Mitteln, Kofinanzierung der einzelnen LernLäden über die lokalen JobCenter.