Die mobile Bildungsberatung
Bildungsberatung erreicht häufig nicht diejenigen, die den größten Bedarf haben. Vor allen Dingen Jugendliche aus so genannten „schwierigen Verhältnissen“ kommen in der Regel nicht von selber in eine Beratung. Dabei sind gerade junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf oft orientierungslos.
Übergreifendes Ziel des Projektes ist es, den Gruppen, die schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und unterproportional an Bildung und Weiterbildung partizipieren, konkrete Hilfestellung auf ihrem Weg zurück zu einer positiven Bildungs- und Arbeitsbiographie zu geben.
Der LernLaden als Basisstation
Die mobile Bildungsberatung ist Teil eines integrierten Konzepts einer größer angelegten Infrastruktur für Bildungsberatung. Kern dieser Infrastruktur ist der jeweilige lokal verankerte LernLaden. Vom LernLaden ausgehend erschließen mobile Bildungsberater/-innen wie Satelliten Zielgruppen, die bisher nicht im ausreichenden Maße von selber in den LernLaden kommen. Die Angebote des LernLadens werden somit gemäß der "Geh-Struktur" aktiv aus dem Beratungsraum herausgetragen.
Die Infrastruktur der LernLäden ermöglicht es den mobilen Berater/innen, auf das Know-How sowie die technischen und räumlichen Möglichkeiten der LernLäden zurück zu greifen.
Ansprache im sozialen Raum
Die mobilen Bildungsberater und -beraterinnen versuchen die Jugendlichen dort zu erreichen, wo sie sich aufgrund eines positiven wohnortnahen Umfeldes wohl fühlen. Das kann in Jugendclubs oder Cafés sein, in Kiez-Treffpunkten oder auf Veranstaltungen. Dabei erweist sich die erste Ansprache häufig als am schwierigsten. Ist das Vertrauen aufgebaut, erörtern die Berater/innen gemeinsam mit den Beratenen Interessen, Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine berufliche Perspektive sowie Schritte zur Umsetzung. Das Wecken der Motivation der jungen Menschen erweist sich dabei als der Schlüssel, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.
Lotsenfunktion im Kiez
Die mobilen Berater/-innen haben eine sehr gute Kenntnis der Projektstruktur im Kiez und arbeiten mit einer Vielzahl anderer Projekte und Stellen zusammen. Dies sind nicht nur soziale Projekte sondern auch das Quartiersmanagement, die Jugendberufshilfe, die JobCenter und Arbeitsagenturen. Ein Nebeneffekt ergibt sich aus dieser Funktion: Über die Aktivitäten der mobilen Berater/innen erfahren auch Projekte voneinander, die sich zuvor nicht gekannt haben. Die Vernetzung der sehr kleinteiligen und bunten Projektlandschaft wird so vorangetrieben.
Laufzeit des Projektes
seit Juli 2006
Finanzierung
Juli 2006 - September 2008: Förderung im Rahmen des Vertiefungsprogramms der "Lernenden Regionen - Förderung von Netzwerken" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF aus Bundes- und ESF-Mitteln.
Seit Januar 2008: Förderung über die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales aus Landes- und ESF-Mitteln im Rahmen der Förderung der Berliner LernLäden, Kofinanzierung der einzelnen LernLäden über die lokalen JobCenter.


